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1
Apr
2009

Das Wort zum Sonntag

Von allen Verpflichtungen, die der Mensch hat, sind die sozialen Verpflichtungen die schlimmsten.
Der Mensch als eigentlich ja soziales Individuum im sozialen Kollektiv sieht sich konfrontiert mit einer Erwartungshaltung, die ihn, und zwar NUR ihn betrifft. Die Erwartungen werden aber nicht nur von den Eltern gestellt, oder von Mitschülern, sondern auch von sich selbst.
Irgendwann ab der Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter haben wir unsere Rolle als eigentlich ja soziales Individuum im sozialen Kollektiv internalisiert und wandeln die Erwartungen, die die Gesellschaft, die Umwelt ins uns hat, in unsere eigenen Erwartungen um. In den Grundzügen sind diese Erwartungen nahezu identisch.

Das Schlechte: diese Rolle, die wir zu spielen haben, ist eigentlich nur indoktriniert und kommt nicht wirklich von uns selbst.
Manchmal bemerkt man auch, dass die wenigsten Leute einfach nur sagen: „Ich mach heut Abend nichts“ oder „Ich hab am Wochenende nichts gemacht.“ Ohne hinzuzufügen, dass sie müde waren, oder dass sie fit für dieses oder jenes sein wollen. Also ein Rechtfertigungscharakter, warum man denn genau nichts gemacht hat.
Geht man dann nur weg, um auf etwaige Fragen antworten zu können?
Gehen wir dann nur weg um gesehen zu werden?
Warum kann es selbst als bekennender Einzelgänger, gerade in der Pubertät, schwer sein, die Konfrontation mit einem eng sozialverschweißten Gefüge emotional unbeschwert zu erleben?
Wollen wir vielleicht doch etwas sein, was wir nicht sind, oder verklären wir unsere Umwelt, die doch – meistens- gar nicht soviel toller ist, als wir?

Das Gute irgendwann hört die Erwartungshaltung auf und Zufriedenheit stellt sich ein.
Dann stellt man sich dem Kollektiv. Dann findet man sich ab mit Oberflächlichkeit und Toleranz.
Lächeln, wenn und weil andere lächeln. Sich freuen, weil andere sich freuen. Teilhaben am Kollektiv und doch...ganz weit weg sein.

29
Mrz
2009

Träume deuten...

In den neuronalen (Ver)Wirrungen meines Gehirns entsteht viel. Ganze Traumwelten erschaffe ich mir unbewusst und manchmal auch bewusst.
Die Traumdeutung geht von einer unbewussten Verarbeitung mithilfe eines Traumes aus. Träumen tun wir immer, erinnern tun wir uns nur selten…
Da war ein Mann, der von einer Leiche am See träumt. Am nächsten Tag sucht er den erträumten See auf und findet eine Leiche. Erklärung: unbewusst hat er am Vortag die Leiche gesehen und im Traum das unbewusste Signal der Sinne modifiziert zu einem stream of conciousness konstituiert.

Ich hab einen Traum gehabt. Eine Traumwelt geschaffen. Es war ein schöner Traum, ein halber Fantasyroman, archaisch angehauchtes Leben und ich glaube, ich habe auch einen Geist gesehen. Oder erschaffen.
Erklärung: lebhafte Phantasie. Verarbeitet habe ich wohl nichts.
Es sei denn ich habe mir zu oft das Video von Bonaparte angeschaut. Dann hätte ich mit meiner Geistergestalt Bonapartes „Geisterseele“, die am Anfang des Videos aus seiner niedergeknüppelten Hülle steigt, verarbeitet.
Im Vergleich zu meinem letzten Traum war der gestrige doch sehr positiv.
Im letzten habe ich von meiner damals noch komatösen Oma geträumt, wie sie an Erbrochenem erstickt ist. Erklärung: persönlicher, realistischer Hintergrund. Verarbeitung. Punkt.

Da war ein Artikel über bewusstes Interagieren im eigenen Traum. Bewusstes Lenken des Handlungsstranges. Eine bewusste Entscheidung, fliegen zum Beispiel!
Mit einigen Tricks sollte es zu schaffen sein.
Dann kann ich beim nächsten Mal meine Oma wiederbeleben und den bösen Geist im Zweikampf mit dem Kurzschwert besiegen!

22
Mrz
2009

Wichtige Sentenzen der letzten beiden Tage

*unabhängig von allem Neugelernten über deutsche Literatur, mathematische Funktionen und Grundfragen philosophischer und theolgoischer Anthropologie*

"Wenn du nur 5 Jahre älter wärst....dann wärst du jetzt meine Frau."
"Iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiihhhhhhh, dann wär ich ja VOLL alt!"

"Also, ich geb dir mal n Tipp...also,dass muss ich ejtzt einfach sagen...ich hoffe, du fidnest mich jetzt nicht krank oder so! Ich sag dir das auch nur,weil ich denk,dass du cool drauf bist. Also, mein Tipp: Scheißen vorm Abi hilft voll! Ichhab vorher immger geschißen und dann war ich SO entspannt!"

"In der Schule oder daheim?"
"In der Schule natürlich!"

13
Mrz
2009

Mediocricy

Wie das so ist, das ewige Mittelmaß?

Dein schlanker Rücken vor mir…deine perfekte Haut, dein perfekter Körper…
Was bin dann ich?

Gibt es eine Hierarchie? Findet das Mittelmaß für jeden einzelnen, der besser ist, jemand anderen, der schlechter ist?
Finde ich…?
Warum immer krampfhaft vergleichen wollen?
Warum immer den Vergleich suchen?
Warum immer den Makel aufdecken um die Tugend zu vergewaltigen?

Wir sagen, wir sind toll, weil…..deshalb halt.
Wenn einem nicht passt, wie ich aussehe, soll er sich halt umdrehen!
Was bin dann ich?

Warum die Fremdorientierung?
Warum vergewaltige ich dich?
Warum vergewaltigst du dich?
Du kannst nichts, du bist nichts.
Bin das ich?
Warum ist niemand perfekt und warum lässt niemand den anderen perfekt sein?
Warum Rumcola in meiner Hand?

11
Mrz
2009

Ich will dich!

Ich will dich.
Ich will dich mit der ganzen Faser meines Seins.
Ich will dich.
Und ich will es herausschreien!
Ich will dich, ich will dich, ich will dich!
Ich will dich, mit allen Höhen und Tiefen. Ich will sie erleben, diese Emotionen, die damit einhergehen! Ich will dich und wegen dir will ich lachen, weinen, schreien!
Ich will dich spüren, ganze nahe, hier bei mir.
Ich will dich sehen, will dich riechen und will dich schmecken.
Egal ob süß, sauer, bitter, brennend, beißend!
Ob hübsch oder hässlich, ich will dich sehen, hier vor mir, bei mir
Ich will nicht, dass du mich willst, aber ich will, dass du mich berührst, dass du mich triffst, dass du mich schlägst!
Ich will dich sehen, hier, vor mir, du sollst dich mir öffnen, dich mir offenbaren!
Ich will mich um dich stülpen und ich will vor allem, dass du dich um mich stülpst, dass du mich umgibst und dass ich nur noch dich wahrnehme!
Lass mich dir eine Liebeserklärung machen, denn ich will es so.
Ich will dich, Leben!

Ich will leben!

9
Mrz
2009

...

Den Hörer greifen. Wählen. Das Leben verändern.

Drei wichtige Anrufe musste ich tätigen. Alle drei habe ich verschoben, herausgezögert. Nur leider lösen sich die Probleme dadurch nicht. Man muss agieren, nach dem Hörer greifen, wählen. Probleme bewältigen, das Leben verändern.

Anruf 1 war einfach.
Computermann anrufen. Mal wieder.

Anruf 2. Café Victoria. Besetzt.

Anruf 3. Jamara.
Wegen einem Missverständnis wurde ich wohl schon im Februar abgemeldet. Geplant war Ende März.
3,5 Jahre dort gearbeitet und das letzte Gespräch mit meiner Chefin ging gerade mal eine Minute. Missverständnis klären, aber „kann man nichts machen. Dann alles Gute!“.
Einigen Leuten hätte ich noch gern die Hand gegeben. Noch einmal dort arbeiten würde ich trotzdem nicht.

Anruf 2. Diesmal komm ich durch.
Mit dem 20 Sekunden Anruf in Weißenau habe ich meine Weichen schon in die eine Richtung gestellt.
Mit der Absage in Köln wird die Zusage definitiv und der Weg in die andere Richtung endgültig zugemauert...
Wieder nur eine Minute in der alles Wichtige gesagt wird. „Das ist natürlich schade für uns, aber danke für den Anruf.“

Danach schmeiße ich den Hörer weg.
Entscheidungen sind immer scheiße. Zusagen ist immer leichter als absagen.
Am schlimmsten ist aber nicht der Moment nach dem Tuten aus der Leitung, sondern die gefühlte Ewigkeit, die man sich selbst schafft, weil Hürden einfach unüberwindbar scheinen und Anrufe einfach immer wieder aufgeschoben werden.
Den Hörer greifen. Wählen. Leben verändern.

7
Mrz
2009

"Unser neuer Song auf myspace...jeah:myspace!"

Und wieder Blut auf dem Boden vor der Bühne...

Aber ScrEaMO scheint weniger EMOs anzulocken als EMOcore. Dieser Buchstabendreher ist wohl zu tricky...

6
Mrz
2009

...

Und eigentlich mag ich dich ja gar nicht.
Und eigentlich kotzt du mich total an.
Denn eigentlich hast du es natürlich viel leichter als ich und zwar in allen Bereichen des menschlichen Lebens!
Und eigentlich ist deine Art, dein Charakter, dein Lebensstil völlig anders als meiner und damit auch völlig unvereinbar mit meinem Maß aller Dinge.
Und natürlich verstehst du mich auch gar nicht!
Und alles was du sagst, was du tust, kann mich im tiefen Inneren total ankotzen!
Deine Meinung, deine Art.. ich hasse es!
Nein, ich kann mich damit nicht anfreunden! Nie Nie Nie Nie Nie!
Und nie würde ich selber so was sagen, denken, tun! Nie Nie Nie Nie!

Aber eigentlich will ich gar nicht, dass du mich verstehst.
Und eigentlich macht gerade die Heterogenität einen guten Freundeskreis aus.
Und eigentlich sollten zwei Menschen nie einen totalen Konsens finden.
Und eigentlich ist jede Charaktereigenschaften von mir in irgendjemandem repräsentiert.

Denn eigentlich bin ich wie du. Das schüchterne Mädchen, nie wirklich gut, nie wirklich schlecht, nichts besonderes, das Mittelmaß, das nie die richtigen Worte findet, um die Umwelt zu konfrontieren.
Und eigentlich bin ich wie du. Der Misanthrop, immer soziophob, immer schlechte Erfahrungen mit den Menschen, immer auf Rückzug bedacht.
Aber ich bin auch wie du. Einfach mal nur naiv, einfach mal nur scheiße reden, einfach mal nur gemocht werden auch wenn der Preis dafür Oberflächlichkeit ist.
Oder ich bin wie du. Stark. Unabhängig. Dann lass ich nichts an mich heran, denn mein Inneres, meinen Kern, den darf niemand sehen.


Und manchmal kann ich gerade nur mit dir Zeit verbringen.
Manchmal kotze ich allen ins Gesicht und du bleibst übrig und dann denke ich: Das ist es. Damit kann ich mich identifizieren! Darin stimmen wir total überein!
Und dann sagst du wieder was, tust wieder was...und dann ist es schon wieder vorbei.
Beste Freunde? Eine Utopie für mich...näherungsweise nur mit viel Toleranz zu schaffen..

Und traurigerweise bist du nicht eine Person, du bist Viele.
Und traurigerweise kann mein Verstand meine Gefühle nicht kontrollieren und dann stehe ich da und bin einfach nur allein mit meinen inkompatiblen Vorstellungen eines Lebens, das nicht mal ich selber leben kann...
Ich bin eine, ich bin viele. Und richtig recht machen zu können, scheint es mir wohl niemand...
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Zuletzt aktualisiert: 19. Nov, 06:51

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