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1
Mrz
2009

Bewegung im Inneren...

Run away from all your boredom
Run away from all your whoredom and wave
Your worries, and cares, goodbye
All it takes is one decision
A lot of guts, a little vision to wave
Your worries, and cares goodbye

Sick and tired of Maggie's farm
She's a bitch, with broken arms to wave
Your worries, and cares, goodbye

Was ich wollte, war endlich etwas mehr Emotion in meinem Leben.
Was ich wollte, war endlich mal wieder ein Hauch von dem Abenteuer Meines 16. Lebensjahres.
Was ich wollte, war eine Perspektive, die Antwort auf meine existentielle Frage nach dem Sinn von allem.

Plötzlich wieder Gefühl. Unruhe. Wehmut. Und eine etwaige Antwort.
Ein Sinn ist für mich nicht fassbar. Der Sinn ist das ewige Streben, der Sinn ist ein Kampf mit der Unsicherheit!
Und wieder werde ich mit einem Kampf konfrontiert, aber der Sinn ist näher gerückt, das Streben hat ein nicht mehr allzu fernes Ziel.
Und wieder habe ich diese Unsicherheit und wieder habe ich das Gefühl, dass es von allen Menschen aus meiner Umgebung für mich am unsichersten, am schwersten ist...
Keine Online-Anmeldung, keine Online-Immatrikulation...

Und dennoch: jeder Job, jeder Chef, jeder Anspruch, jeder Stress hat mich über die Jahre hinweg meinem Streben näher gebracht. Die Konkurrenz ist vorhanden, aber ich hoffe, dass meine Arbeitserfahrung mich zum Ziel führt...und mich den Probearbeitstag bestehen lässt. Und mir endlich Sicherheit gibt.

27
Feb
2009

"Hast du so n bischen n Helfersyndrom? Kann das sein?"

„So sind wir in Köln! Wir SAGEN, was wir denken!“.
Die erste Kölner Bekanntschaft sind die Türsteher. Die anderen Bekanntschaften sind Karnevalsopfer von weit weit weg.

„Ach, Allgäu. Da wo es noch die Muhus gibt!“
Was wir als Landeier den Großstädtern voraushaben, ist, dass wir noch wissen, wie Kühe aussehen. Trotz Großstadttauglichkeit.

„Kann ich bitte zwei Kondome haben? Die sind da unten rechts.“
Kondome links unten, Spritzen obere Schublade. Rechts.

Cafe Victoria betreibt Schadensbegrenzung. Die Hilfe ist niedrigschwellig.
Was machen wir mit den Randexistenten?
Was können wir machen?
Typischerweise bin es immer ich, die angebettelt wird und typischerweise bin es meisten ich, die nicht nein sagen kann.
Was können wir machen?
Abscheu liegt mir nicht und das cliché, Geld würde gleich in Alkohol investiert, mag vielleicht stimmen, ist aber nicht tragbar.
Was können wir machen?
Was kann ich machen?
Kann ich es bei 50 Cent belassen und mir noch einbilden, ich würde helfen?

Cafe Victoria betreibt Schadensbegrenzung. Ein paar Portionen Essen für lau, weiteres Essen für 50 Cent, ein paar Snacks umsonst. Die Hilfe ist niedrigschwellig. Eine gebrauchte Spritze für eine neue, pro Kopf fünf Kondome. Aber nur fünf.
Teller bitte selber holen, und um 12:59 bist du eine Minute zu früh und darfst noch nicht rein.
Meine Sprache zeigt meine Herkunft, mein Auftreten zeigt nichts von einem Landei.
Und dennoch muss ich ganz kurz schlucken, als sie die Schublade mit den Spritzen zeigt.

Cafe Victoria betreibt Schadensbegrenzung. Die Hilfe ist niedrigschwellig. Die Sucht wird vorläufig akzeptiert, ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren. Teller bitte selber holen, dann etwas strukturierten Alltag erleben. 13 Uhr, nicht 12:59.

Cafe Victoria betreibt Schadensbegrenzung. Die Hilfe ist niedrigschwellig.

24
Feb
2009

...

Auf gehts, ab gehts, drei Tage wach

23
Feb
2009

Breaking Through???

Irgendetwas ist über die Jahre hinweg in mir zerbrochen.
Es war nicht dieses plötzliche „KNACK“-Geräusch, das nichts Gutes verheißt.
Es war eher langsam, unmerklich. Kein Knirschen, kein Krächzen. Nichts, das man mit einer Metapher bildhaft beschreiben könnte.

Da ist diese ehemalige Studentin. Sie studiert in Wien. Dieser duale Studiengang, Politikwissenschaften und Landwirtschaft. Sie lebt einfach. „Praktisch von nichts“ sagt sie. „Ich sags dir, da stopfst du dich voll, wenn du mal daheim bist.“
Was in mir zerbrochen ist, ist die Fähigkeit, positiv in die Zukunft sehen zu können.
Ich fühle mich am Wendepunkt und wenn ich jetzt die Weiche falsch einstelle, dann geht mein Leben so weiter. Dann geh ich weiter putzen, spülen, dreckige Kartons anfassen…
Dann lebe ich weiter, und weiß nicht, wofür. Außer um zu putzen, zu spülen, und um dreckige Kartons anzufassen.

Ich habe mich immer gefragt: ist das das Leben?
Und ich hab mir immer selbst geantwortet, mich selbst vertröstet: Irgendwann wird es besser!
Es MUSS einfach besser werden, denn wenn ich meine Gegenwart auf die etwaige Zukunft projiziere, dann…sieht diese nicht gut aus. Und schon gar nicht glücklich…
Ist das Leben?
Ich bin bescheiden geworden.
Ich will keinen permanenten Sonnenschein. Und keine Sonne, die mir aus dem Arsch scheint.
Aber ich will glücklich sein.
Und im Schweiße meines Angesichts will ich etwas machen, dass mich glücklich macht!

In mir ist etwas zerbrochen.
Ich sehe zwei Bewerbungen, die scheitern.
Ich sehe ein großes Fragezeichen: Und nun???
In mir ist meine laisser-faire-Mentalität zerbrochen.
Ich sehe nicht optimistisch in die Zukunft.
Ich sehe eventuelles Scheitern und das, was dann danach kommt. Nämliche die bittere Gegenwart in einer Endlosschleife. Repeat. Repeat. Repeat.

Wie andere das können?
Der eigentlich verstummte Neid flüstert mir zu, dass sie es können, weil sie die Gegenwart nicht als negativ erlebt haben..
Der eigentlich gewaltsam zum Schweigen gebrachte Neid sagt, dass sie gelebt haben im vollen Urvertrauen. Sie wissen, es wird im schlimmsten Fall gleich bleiben. Und das ist auch okay so. Denn vielleicht wird es viel besser als nur okay.
Und ich sage mir, wenn es gleich bleibt, dann ist das schlimmste überhaupt...





Ich strenge mich an.
Ich sehe mich feiern, mit einer Flasche Rotwein im Zug. Endlich mal wieder Action, Drama, baby! Wirklich und ultimativ leben, so wie mit 16, als der Bruch noch im Anfangsstadium war. keine Ahnung, was der morgen bringt. Und kein Interesse daran, zu wissen, was die Nacht bringen wird, weil es sowieso super wird!
Ich strenge mich an.
Denn - einen Notfallplan habe ich nicht…

21
Feb
2009

Nur so halbernst...

Bis bald, sage ich verheißungsvoll. Ein Schritt und die Außenwelt hat mich wieder. Eigentlich sollte ich schlecht drauf sein, aber das verliebte fette Grinsen lässt sich nicht abstellen.
Ich könnte tanzen vor Freude über diese paar Minuten des Glücks.
Ihn sehen, mit ihm reden, angefasst werden von ihm..
Und selbst der Kater und die Schande vom Vortag, der Schnee des heutigen Tages, die Ungewissheit des nächsten Tages, der nächsten Tage werden plötzlich so trivial, weil ich weiß, es gibt einen Ort und eine Person, die mir unendliches Glück für ein paar Minuten bescheren…


Mein Piercer.

14
Feb
2009

"Ihr müsst genau hinschauen: Das ist ein Mädchen!"

Diese Frau redet über Ausstrahlung und was sie ihr verrät über Beruf(swunsch). Bei Andi schätzt sie was soziales, eher nichts Technisches. Falsch. Bei mir schätzt sie KFZler. Aber ich solle doch die Mütze abnehmen, damit sie das besser einschätzen kann. (...)
Man versteht sich gut, es kommt zu Gesprächen über Führerschein, Unfälle. Ohne es zu wissen kratzt diese eine das Problem von Sterbehilfe an. Streift es, merkt es nicht. Ohne es zu wissen zeigt sie mir das Bild des ungebildeten Massenmenschen. Erfüllt mein negatives Cliché. Weiter lächeln. (...)
Nein, ich fühle mich nicht unwohl. Ich bin es ja gewohnt.(...)

Was macht man auf der Fasnet?
Süße Frage.
Konfrontation.Weiter lächeln. Whiskey-Cola auf dem weißen Oberteil. Lächeln. Etwas zu verkrampft. Alles etwas zu voll. Partygag: Drogen verticken, kommt mir in den Sinn. Lächeln.
Ich habe es versucht.
Nun sitze ich hier. Der Kopf wird schwer. Alles etwas verschwommen, alles etwas surreal. Bereuen tu ich nichts, aber daheim bleiben wäre vielleicht doch besser gewesen.

9
Feb
2009

...

Eine Sammlung traumatischer Erlebnisse mit Männern

Alter: 8

Ich will meinen Vater heiraten, wenn ich groß bin.

Alter: 12 oder 13

Inzell lässt uns unsere Wege kreuzen. Die ganze Stufe lernt sich kennen. Ich lerne ihn kennen. Er war 14, glaube ich. Es fängt als Schwärmerei an und endet in Stalking. Ich war abgeneigt und schon war meine email-Adresse geknackt. Ein Jahr später bin ich für ihn die „fette Sau“.

Alter: 13

Insgeheim verliebt in meinen Busfahrer. Artikuliere meine Zuneigung in necken und ärgern.

Alter: 14

Hoffnungslos verliebt in jeden coolen Oberstufler, allen voran, meine beiden Basketballtrainer. Zuneigung alternierend.

Alter: 15


Ein Italiener verwirrt mich emotional, während ich im Basketballcamp bin. Er begleitet mich eines Abends bis zum Camp. Am nächsten Morgen steht ein Auto vor dem Zaun und der Fahrer winkt mir. Ich weiß nicht, ob er es ist und reagiere nicht. Das rote Auto bleibt eine Weile stehen. Ich traue mich nicht raus.

Betrinke mich auf der Klassenfahrt in einer Bar. Soll einen Tange anziehen und verschwinde auf der Toilette. Aber nicht allein.
Ein Einheimischer Mitte 30 begleitet mich und bedrängt mich auf der Toilette. Klassenkameraden tragen mich aus der Bar. Bewaffnet mit Tischtennisschlägern.

Der große Bruder von einem Typ, der mich süß findet, lockt mich aus der Hütte, in der wir feiern. Richtig küssen will er mir beibringen. Ich lerne und schnappe mir danach den Bruder.

Betrunken schmeiße ich mich an den 7 Jahre älteren Basketballtrainer meines Bruders. Und werde abgewiesen. Habe aber Erfolg bei 3 anderen.

Betrunken lasse ich mich von einem kleinen Jungen nach Hause bringen und küsse ihn. Blöd nur, dass er meine Handynummer rauskriegt und mich anruft. Mit Selbstmord droht.

Alter: 16

21 jährigen Typ kennen gelernt. Erst macht er mich an, gibt mir einen Korb, macht mich wieder an. Emotional verwirrt- ich wollte doch eigentlich gar nichts von ihm??

Hoffnungslos verliebt in den 23jährigen Rasta-Mann. Ich bin zu jung.

Hoffnungslos verliebt in einen französischen Sänger aus einer Bar in Frankreich. Ich bin zu jung.

Alter:17

Kiffen und Sex KANN funktionieren.

Höre, wie der Rasta-Mann erklärt, er sei unglücklich verliebt. Schnappe mir frustbedingt einen Italiener, der wegen Trunkenheit am Steuer keinen Führerschein mehr hat. Und mich lüstern anstarrt.
Ein Date danach will ich nicht.
Später macht er mich immer wieder an. Und Dutzende andere auch. Landen tut er wohl nicht mehr.

Spanne ehemaliger Freundin eine Romanze aus.
Beziehung entsteht, Freundschaft endet. Für ihn bin ich aber nicht wegen dem Ausspannen eine Schlampe, sondern wegen meiner Vergangenheit.

Beziehung endet. Emo will anbändeln. Ergo: selber wohl Emo geworden, denn gleich und gleich gesellt sich gern. Bleibt bei zwei Abenden. Wir ritzen uns lieber und bleiben allein daheim.

Alter 18:

40jähriger Franzose macht sich an mir zu schaffen, während ich einen Rausch auf dem Sofa ausschlafe. Urvertrauen leicht gebrochen.

Junkie Nummer 1 kennen gelernt. Ich „süße Maus“. Ein paar kranke Dates.

Junkie Nummer 2 kennen gelernt. Wenige Wochen bei ihm zuhause.

Junkie Nummer 3 kennen gelernt. Diesmal lasse ich es.

Wochenlange Abstinenz.

Nach einer dreiviertel Flasche Wodka Filmriss und witzige Geschichten. Hass auf die offensive Männerwelt.

Abstinenz.

Hoffnungslos verliebt. Wäre Junkie Nummer 4. Aber diesmal lass ichs echt.

Also Abstinenz.

Ich lerne: ein Mann kann ohne weiteres eine Frau schlagen.


9.2. 2009:

Tobi ruft wieder an.

7
Feb
2009

Status: Mittelgrau

Dass ich nicht mal an dich denken muss, tut mir leid.
Denkst du an mich? Ich weiß es nicht…
Dass ich dich enttäuschen muss, über kurz oder lang, tut mir leid.
Erwartest du überhaupt etwas von mir? Ich weiß es nicht…

Ich sollte
Verwirrt
Empathisch dir gegenüber
Mit einem schlechten Gewissen versehen
Geschmeichelt
Zweifelnd
analytisch
sein

Und ich bin nichts von all dem. Meine Psyche sollte mir wenigstens etwas Zweifel bescheren.
Du solltest mir wenigstens ein schlechtes Gewissen bescheren.
Nichts von all dem.

Da ist nur dieses Weltmüdigkeit, diese Apathie, diese Anhedonie. Absolute Hinnahme.
Da ist funktionales und automatisiertes Lachen, Lächeln. Spaß. Für die Außenwelt.
Da war tränenreiche Hysterie und Aggression am Samstag. „Du HURENSOHN!“. Dramaqueen für die Außenwelt.
Und da ist nichts mehr übrig für diese meine kleine Welt hier drinnen.
Und da ist mein Zimmer, das ich am liebsten gar nicht mehr verlassen würde. Und das mich aber anderseits in den schleichenden Wahnsinn treibt.

Ich denke nicht an dich. Denkst du an mich?



P.S. Danke an den Fremden, der mich gestern in den Arm genommen hat
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Zuletzt aktualisiert: 19. Nov, 06:51

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