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20
Mai
2009

Endlich der Platz im Wohnheim

Die (Therapie)Katze weckt mich um halb 6. Ich kann nicht weiter schlafen.
Erste positive Nachricht hetue mrogen: der Platz im Wohnheim. Gottseidank
Heute: keine Pläne und kein Bedürfnis, diesen hinterherzurennen. Vielleicht nach Leutkirch, allein, und Piercing kürzen lassen. Vielleicht noch einkaufen, Wäsche fertig machen, Hausarzttermin ausmachen, Hausarzttermin finden. Klar Schiff machen und das Plakat für Mami machen und aufhängen. Wodka kaufen.

18
Mai
2009

ich mag dich nicht. Tut mir leid.

Nein, ich mag dich nicht.
Du bist…mehr Schein als Sein. Das hab ich immer gesagt.
Was hatte ich von deiner Freundschaft?
Was hattest du von meiner?
Deine Freunde…o Gott…pseudoalternative Kinder.
Deine Partys…o Gott…das Kindergeburtstagsäquivalent.

Wolltest du dich mit mir schmücken? Hast du mich deshalb damals so vorgeführt?
Einerseits die Pseudos, andererseits diese anderen. Auch mehr Schein als Sein…
Wie passt es zusammen, als Szenemensch herumzulaufen und dann aber vor dem PC zu sitzen und die Freundschaften, die nicht dem gleichen Ort entspringen, rein medial zu erhalten?
Wie passt es zusammen, sich so zu geben und vor den Eltern zu kuschen, das rauchen zu verheimlichen, um materiell gesichert das Studium zu machen?

Was bist du denn?
Was warst du je für mich?

Ich frage mich, ob sich die zwischenmenschlichen Muster wiederholen…dominieren mich die wenigen Leute, die ich als dominant kenne genauso wie ich die anderen dominiere? Schließt sich hier der Kreislauf? Brauche ich Kompensation für dieses Dominiertwerden? Und: ganz wichtig- werde ich dann auch so arrogant empfunden, wie ich meine Dominas empfinde?
Und: tendieren diejenigen, dich ich dominiere auch dazu, das Bild von mir anfangs zu verklären um dann zu bemerken: So toll ist sie nicht und um arrogant zu sein, hat sie keinen Grund…?

Fragen über Fragen, aber ich kann dich trotzdem nicht ansehen und als ich dich am Freitag im Jugendhaus ( natüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüürlich) gesehen hab, da…konnte ich gerade mal so: Hallo sagen. Du hast da ausgeschenkt. Gottseidank. Dich vor der Bühne zu sehen..nein, danke! Du und deine Freunde hätten das Bild gestört, tut mir leid. Nein, ich mag dich nicht und gottseidank kommst du selten weiter als bis nach Leutkirch und Kisslegg und gottseidank werden wir uns nie nie nie privat begegnen. Uff. Nein, ich mag dich nicht, tut mir leid. Auch dein Lächeln bringt nichts, es ist vorbei. Hab ich dir schon mal gesagt, dass ich lieber wenig Freunde hab, aber dafür Freunde, die ich mag. Nein, ich mag dich nicht. Tut mir leid.

8
Mai
2009

Denn ich denke viel...

Schönheit muss doch langweilig sein, denke ich mir. Denn ich denke viel.

Da ist dann aber deine perfekte, weiche Haut, dein perfekter Körper, dein perfektes Gesicht.
Nein, deine Schultern sind nicht breit, sie sind weiblich, schmal. Perfekt. Kein überflüssiges Gramm Fett stört den Oberkörper. Trotzdem weiblich. Perfekt.
Der Unterkörper- das gleiche Spiel. Die Beine sind nicht nur schlank, sie sind auch natürlich schön geformt. Es ist aber nicht nur die Figur, die Haut, das Gesicht. Es ist einfach alles!

Schönheit muss doch langweilig sein, denke ich mir. Aber ist man mit authentischer, individueller Perfektion Schönheit konfrontiert, dann merkt man, dass es Übersättigung mit deiner Art von Schönheit nicht gibt.

In meinen guten Momenten fühle ich mich toll und erhaben von jedem Schönheitsideal. Weil es eine Art der Übersättigung schon gibt. Diese Art bedeutet, dass man Schönheit gar nicht mehr bewusst wahrnimmt. Und im Meer von gesichtslosen Schönheiten falle ich dann mehr auf. Und mehr will ich ja eigentlich auch nicht.
Aber in schlechten Momenten werde ich paranoid. Dann hasse ich es, dass ich meistens immer irgendwie auffalle. Dann trifft mich jeder Blick, jede Geste, jeder Spruch. Dann wünsche ich mir 10 Kilo weniger, damit die Angriffsfläche- wortwörtlich- schrumpft und das immer wankelmütige Selbstbewusstsein wächst.
Dann projiziere ich alles Negative auf meinen Körper, obwohl ich dieses oberflächliche Gewichtsgequatsche echt hasse. Aber Erinnerungen an Sprüche wie „fette Sau“ sind meine Achillesferse.
„10 Kilo weniger, und ich wäre stärker. 10 Kilo weniger, und nichts könnte mich treffen. 10 Kilo weniger, und ich müsste nicht mehr aufpassen, ob ich jetzt in einer guten oder einer schlechten Stimmung bin. 10 Kilo 10 Kilo 10 Kilo. Vielleicht wäre dann auch nicht die Faust in meinem Gesicht gelandet.“

3
Mai
2009

...

1. Mai- Nazi-Aufmarsch in Ulm. Die Rundnachricht erreicht mich, ebenso die Frage nach Solidarität und gemeinsames Bayern-Ticket.
Wenn ich das Video sehe, kriege ich Gänsehaut. Meine körperliche Reaktion auf eine fiktive Teilnahme macht mir schon beinnahe Angst.
Da ist dieses Gefühl der Stärke eines aufmarschierenden Kollektivs. Da ist eine Sache dahinter.
Aber gab es diesen uniformen Gemeinschaftsgedanken nicht schon einmal? Sollte Gleichschritt nicht schon früher Stärke signalisieren?
Und ist dieses Kollektiv nicht der perfekte Nährboden für Eskalation und Anarchie? Und wäre das nicht kontraproduktiv?

Gut, dass ich eine von den armen Schweinen war, die gerade am 1.Mai arbeiten musste. Gut, dass ich nicht teilnehmen, oder zuschauen konnte. Sonst hätte das Kollektiv mich mitgerissen und ich wäre ein Schaf dieser wütenden Masse geworden: Spiegel TV erzählt von einer Demo in Berlin Kreuzberg und die Demonstranten die sie zeigen, vermögen ihre Wut nicht einmal zu artikulieren. „Scheiß Deutschland“, aber warum?

Schade, dass ich von Politik keine Ahnung habe.
Vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass ich Morgen meine allerletzte Klausur in Gmk schreiben werde…

28
Apr
2009

Spiegelung

Wohnungssuche stagniert. Auch das gesellschaftliche Leben, irgendwie. Als ich dich am Freitag gesehen habe, habe ich mich nicht wohl gefühlt. Paranoia kenne ich, aber doch nicht von Leuten, die ich eigentlich mag?
Aber nein, ich habe mich durch deine Augen gesehen, habe mich von außen betrachtet und viel wichtiger: habe die Leute, mit denen ich redete und die ich auch mag, betrachtet und beurteilt. Ich habe mich nicht direkt mit deinen Augen gesehen, aber mit den Augen deiner Leute. Ebenso meine Gesprächspartner. Das Urteil fiel nicht gut aus.
Nein, wohl gefühlt habe ich mich nicht.
Als ich mit ihm nach draußen gelaufen bin um nach der betrunkenen, gemeinsamen Freundin zu schauen und um dann nach Hause zu gehen, habe ich mich am Vorbeilaufen von dir verabschiedet. Du hast nicht gefragt, wie ich nach Hause gekommen bin aber mein Inneres schreit mir deine Gedanken, die ich dir selbst attestiere entgegen. Die Stimme ist meine, die Stimme ist paranoid. Wenn ich mit zu ihm gegangen wäre, um mit ihm zu schlafen, wäre das nicht schlimm gewesen, denn du kennst meine Vergangenheit, meine Rückfallquote. Was schlimm gewesen wäre, wäre, wenn ich ausgerechnet mit IHM geschlafen hätte. Denn er sieht nicht aus wie deine Leute, wie deine Exfreunde. Ich kann nicht mal sagen, dass er gut aussieht.
Meine ratio sagt immer wieder ScheißdraufScheidraufScheidrauß
Mein Herz aber artikuliert Sätze, die ich Leuten wie dir zutrauen würde, wenn du nicht zufällig gerade mit mir befreundet wärst.
Einen Großteil deiner Freunde mag ich nicht. Denn wenn ich dich mit ihnen sehe, dann könnte ich kotzen, weil du so gut reinpasst und weil du eigentlich so schlecht zu mir passt. Und sehe ich deine Leute, dann wird unserer Gegensätzlichkeit, die unsere Freundschaft eigentlich so speziell gemacht hat, ein hässlich verzerrender Spiegel vorgelegt…

24
Apr
2009

Abi Habi?

Sauerampfer blüht wohl nicht. Mein dehydrierter, katergeschädigter Kater verlangt nach Speichel. Ein Grashalm direkt neben der Straße wird gepflückt und ich nuckle dran. Der Mund – ein Aschenbecher. Sieht nicht gut aus, mit dem Grashalm, so nimmt mich keiner mit.
Der Wind weht und ich sitze mitten in der Pampa, das heißt: auf der Strecke Bad Wurzach- Aitrach fest. Frisur hält. Oder so.
Abitur heißt partieller Unterrichtsausfall.
Abitur heißt Abwägen, zu welchen Stunden man geht oder eben auch nicht.
Abitur hieß diese Woche für mich, insgesamt schon drei Mal Heim zu stoppen.

14
Apr
2009

...

Wie ich es irgendwann später schaffen soll, zu Hause anzurufen, oder sogar nach Hause zurückzukehren, weiß ich nicht…


Wenn sie redet, ist meine Toleranz sehr sehr dünn.
Ich höre zu. Versuche es. Hören mir entweder ihr Gejammer dann, werde davon auch berührt. Höre mir ihre 0815 politisch-kritischen Thesen an, wenn die Nachrichten laufen. Früher fand ich sie intelligent, gebildet. Dieses Bild bekam nach und nach Risse. Und zerbrach ann schließlich völlig. Jetzt höre ich ihr zu und höre ihr doch wieder nicht zu. Fieserweise erkenne ich mich in ihrem proklamierten Halbwissen und ihrer Radikalität stellenweise wieder.. dann könnte ich kotzen…

Ich habe keine Lust, zu reden. Nicht über die Schule, die Arbeit, Freunde.
Wenn sie da hocken und ihre Bestellung aufgeben, die ich doch bitte machen soll, könnte ich weinen. Warum, weiß ich nicht. Vielleicht, weil sie immer zu einer Zeit kommen, in der ich schon 5 Stunden gearbeitet habe und meine Nerven langsam schon bedrohlich zittern. Vielleicht weil ich spüre, dass sie nur Stolz auf mich sein können, wenn ich Salat mache, Käse oder Wurst schneide, Kuchen anrichte. Weil das soviel besser ist, als spülen.
Vielleicht auch, weil es ganz anders klingt, wenn die Tochter in einer GASTSTÄTTE jobbt und nicht in einem kleinen, minderwertigen Betrieb, mit totalitären Chefs, nonexistenten Menschenrechten und schlechter Bezahlung. Weil sie von meinen drei Jahren partieller Hölle dort die Augen verschlossen haben. Als wäre dies mein erster Job oder doch zumindest der erste ernstzunehmende.

Ich könnte mich ja in ihrer Aufmerksamkeit sonnen. Ich tus nicht.
Denn da sind die zitternden Nerven, die Tränen, die mir vor zwei Tagen in die Augen geschossen sind. Da sind diese subtilen Anzeichen der letzten Jahre, die mich als ihre Tochter zum Objekt ihres elterlichen Narzissmus degradieren.
Wieviel Text ich in dem Theaterstück habe. Wieviele Körbe ich im Spiel geschossen habe. Wieviel Kilometer gejoggt in was für einer Zeit. Blabla.
Interesse, vordergründig für MICH, aber doch eigentlich nur Interesse an der LEISTUNG. Und Leistung wird in einer Sportlerfamilie eben anders gemessen. Ein Schlag ins Gesicht für sie, dass die Tochter im Alter faul und pummelig war. Schulterkloppen als sich die Tochter, immer noch pummelig, in den Sportarten durchprobierte. Wieder ein Schlag, als alles der Reihe nach aufgeben wurde. Von 5mal die Woche, von Basketball, Karate, Handball, Jogging, Aerobic, zu 3mal, zu 1mal. Zu nie wieder. Jedenfalls so lange nicht, bis ich mal joggen gehen kann, ohne heimzukommen und gefragt zu werden: wie lang, wie weit, in was für einer Zeit…?
Oder der Schlag ins Gesicht, als sich die Tochter in der Pubertät zurückzog. Wenig Freunde, wenig Kontakte. „Mach doch mal was, Carolyn.“. Unterschwellig die Frage: Warum hast du so wenig Freunde, warum gehst du nicht weg? Unterschwellig die Angst, einen bücherlesenden Psychopathen am hochgelobten Busen großzuziehen. Den Kontrast zu den leutseligen, kontaktfreudigen Eltern.
Irgendwann der Kontrast zu meiner Mutter. Weil mein Leben sich nicht um 90-60-90 dreht, nicht darum, gut auszusehen, NORMAL und SO VORTEILHAFT WIE MÖGLICH auszusehen.
Simultan und widersprüchlich dazu aber die Angst meiner Mutter, eine Nymphomanin Schlampe im Haus zu haben. „Wie stehts mit deiner Jungfräulichkeit, Carolyn?“. „Sex, Sex, Sex, dir geht’s nur darum, Carolyn.“ Die Tirade meiner Mutter verfolgt mich immer noch, zuletzt heute Mittag. Das Mal davor hätte ich ihr ihren Spruch am liebsten zurück geschlagen. Nebeneinander schlafen?? –„Dir wäre aufeinander lieber, was?“. Das Oberteil ist weg? –„Musst du halt überlegen, wo du dich zuletzt entblättert hast.“ Und härtere Kaliber. Deklassierend. Entwürdigend.


Jetzt kann ich mit ihnen nur noch oberflächlich reden. Vor allem mit ihr. Freunde werden wir wohl nie werden, aber schließlich sind es ja meine Eltern. Leider liegt zwischen uns viel mehr als eine generation gap, ein bloßer Altersunterschied, charakterliche Differenzen. Gottseidank kann sich Oberflächlichkeit immer irgendwie arrangieren.

12
Apr
2009

Und scheiß auf Freunde bleiben!

Als ob ich nicht schon genug Stress hätte...



Nein, Freunde werden hast du gesagt. Wir können gute Freunde werden. Füreinander da sein. 20 Minuten später schleckst du an meinem Hals und ich lache über diese geplante Freundschaft. Dann bist du weg und ich bin weg und überhaupt. Versenkung öffne dich.
Zwinkern und den Arm um mich. „Schau mich doch mal an“.
Wartest du, dass ich die küsse?
War ungefähr so subtil wie der Grapscher in der ersten Nacht der Abihütte. Oder so subtil wie das Angebot vor drei Wochen, mit dem einen nach Hause zu gehen. Nein, sagte ich. Ich lass mich nicht instrumentalisieren. Und überhaupt, mein Therapeut hat mir das verboten.

Euch dreien kann ich sagen: ihr wollt das doch nicht. Sex mit mir und so. Ihr wollt es nur rein oberflächlich. Nicht wegen Sex, sondern nur pro forma. Ein Mann muss wollen und ein Mann muss sein Wollen artikulieren. Da ist keine Leidenschaft, sondern nur. Mechanik. Automatismus. Da ist keine sexuelle Spannung. Kein Begehren. Nicht einmal ein wirkliches Gefühl des „spitz seins“. All das würde ich verstehen. Mein Therapeut hat es mir trotzdem verboten.
Wirklich instrumentalisiert, missbraucht (!) wird eine Frau bei einem ONS nicht, weil der Mann sie nur auf den sexuellen Wert reduziert wird (was ja authentische Lustgefühle implizieren würde),nein, der wirkliche Missbrauch ist das, was hinter der gemeinsamen Nacht steht. Entweder irgendein ferner, sehnlicher Wunsch, den man für ein paar Stunden auskosten, erleben will. Oder diese scheiß Rollefnixierung, die einen Mann Lust und Begehren fühlen lässt, weil er es eben muss, weil er Mann ist.
Also, ihr instrumentalisierten Männer, hört auf, EUCH was vorzuspielen.
Also, Hände weg von meiner Oberweite, Hände weg aus meiner Hose und Zunge weg von meinem Hals.
Sonst sag ichs meinem Therapeuten…
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Zuletzt aktualisiert: 19. Nov, 06:51

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