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5
Jan
2009

Oh,wie ich zelten hasse. Erinnerungen 2008

„Hast du eine aufs Auge gekriegt?“
Verschmierter Kajal.
Der Kommentar geht ja noch.
„Scheiß Emo!“ „Jetzt geht sie sich ritzen.“ Sie lachen und fassungslos gehe ich weiter.


Die erste Nacht seit langem im Zelt habe ich hinter mir. Ich komme von der Chemie runter. Komme von der Nacht runter. Und die Realität trifft mich und der Festivalwahnsinn ergreift mich, aber ganz anders. Wo ist die hochgelobte Euphorie, die alle zusammenschweißt?
Ich sehe Zelte, dicht an dicht.
Gruppen, dicht an dicht. Und doch irgendwie separat. Lag vielleicht an uns. Oder an mir „Scheiß Emo“.

Mir ist kalt und ich trage ein weißes Oberteil. Wieder dumme Kommentare. „Zeig uns deine Nippel!“.
Die Leute bei uns am Zelt. „Bitte Mitleidssex!“. Sie sind abstoßend. Festivaleuphorie scheint hier nur Sex und Saufen zu bedeuten. Die Musik ist irrelevant.
Nur in Boxerhorts läuft er vorbei. Wir sagen hallo und er setzt sich zu uns. Redet von der Polizei und vom Kotzen. Lacht.
Wir sitzen bei unseren Nachbarn. Thema Lachgas.
Die zweite Nacht hab ich nicht gut überstanden. Heute Hardcore-Konzert Tag. Ich bin als erste schlafen gegangen. Auf mich warten sieben Stunden Centerstage. Schlafen war trotzdem nicht. Mein Tag beginnt mit ein paar Flaschen Bier. Die Sonne scheint und tut ihr übrigens. Leicht berauscht. Vielleicht ist das ja die Euphorie.
Ich will mich piercen lassen und zwar sofort.
„Ach, Bauchnabel, das ist doch langweilig!“. Ich strecke die Zunge heraus. „Ja okay, das ist gut, aber Nippel ist besser!“. „Hab ich schon…“. Um die Piercerin hat sich eine johlende Gruppe gesammelt. Ich bin fertig und vor mir fällt einer auf die Knie. Er ergreift meine Hand: „Hast du schon jemanden, der dich heiraten wird? .. Jetzt hast du jemanden…“
Centerstage. Es ist ungefähr 15 Uhr. Sieben Stunden, vier oder fünf Bands. Es regnet, wir werden klatschnass. Und tanzen trotzdem. Vielleicht ist das ja die Euphorie.
Dicht an dicht, ich kann nicht rauchen, nicht essen, nicht trinken.
Aber da war sie, die Euphorie.
Und Rage lässt mich die Nächte davor vergessen, ich bin klatschnass, ich bin fertig. Ich bin im moshpit. Ich BIN das moshpit. Freedom.

Ich wanke zum Zelt zurück. Ich bin allein. Alle gegangen.
An den Nachbarn vorbei. Die waren nett.. haben immer gegrüßt. Für Rage war ich hier, bei Rage war ich. Das Zelt ist durchnässt. Mein Schlafsack, feucht. Klamotten durchnässt. Zeltboden durchnässt. Ich überstehe die Nacht. Irgendwie.
Am nächsten Morgen habe ich keinen Grund mehr, da zu bleiben. Keine Motivation. Keine Kraft mehr.


Und nun die Frage: Soll ich diese Euphorie bei einem weiteren Festival suchen? Vielleicht wieder ergebnislos?

4
Jan
2009

...

Den Rhythmus wieder finden. Es wurde 4,7,5 und noch einmal 5 Uhr die letzten Tage.
Geschlafen habe ich immer 7-8 Stunden. Also aufstehen zu einer Zeit, zu der ich in einer Woche schon einen ganzen Schultag hinter mir habe. Und 2-3 Stunden mehr schlafen als sonst.
Morgen werde ich vlt bei Jamara gekündigt. Vlt stellt mir meine Chefin ja auch nur ein Ultimatum. Dann muss ich abwägen. Sollte ich aggro sein, werde ich nicht kämpfen. Nicht für diese Stelle.
Morgen um halb 8 muss ich dort sein. Aufstehen um 7 oder halb 7. Um diese Zeit wäre ich zu Schulzeiten froh. Nun muss ich gegen meinen Körper kämpfen, einmal früh schlafen gehen. Schlafen können.

Da war dieser Absturz im Adler.
Der Filmriß fängt an, als dieser eine Typ auf mich zukommt und sich neben mich hockt. Oft ist er an der Kasse. Ein hohes Tier, dachte ich. Ein hohes Tier ist er in der Tat. Immerhin selbstständiger Veranstalter.
Damals wollte er, dass ich bei ihm übernachte. Meine Fahrerin hätte bei einem Freund von ihm schlafen können. Die Chance ihres Lebens, so sagte er. Ich weiß davon nichts mehr.
Ernst gemeint war es wohl nicht. Vielleicht aber halbernst.
Und gestern sitzt er wieder an der Kasse. Überlegt.
„Warst du nicht vor ein paar Wochen im Adler?.. Ich dacht mir doch vorhin, dass ich das Gesicht kenne.“ Zu dem Barkeeper: „Weißt du noch, im Adler? Die haben die ganze Zeit getanzt!“

Wer hätte damals gedacht, dass dieser Samstag so endet.. eigentlich wollte ich daheim bleiben. Wie hab ich die Haustür geöffnet?
Gar nicht. Ich klingelte.

3
Jan
2009

Nie wieder stoppen!

Als ob ich es geahnt hätte...
Naja, trotzdem ein amüsanter Abend. Mein Stammgastdasein bescherte mir nicht nur am Douala-Donnerstag (" Auuuuuuuusanahmweise") freien Eintritt, sondern auch am Alcazar-Freitag ( "Gib ihr einfach n Stempel"). Als ich einmal bei BlackWhite war, habe ich in aller Öffentlichkeit Fremdalkohol getrunken. Da war ein guter Freund der DJs, der meinte, er kann sich alles erlauben. "Wenn ich das noch einmal sehe!". Den Rüffel des Türstehers ignoriert er. Später holen wir uns einen Strohhalm. Ich drehe dem Barkeeper meinen Rücken zu. Vor ihm habe ich Respekt. Ich weiß nicht mehr genau, wie es kam, aber gestern habe ich auch mit irgendjemandem Fremdalkohol in aller Öffentlichkeit getrunken.
Ich weiß auch nicht mehr, wie es kam, aber gestern habe ich auch mit irgendeinem einen Liegestützecontest gemacht. Leider verloren. "Alter". Lustige Leute waren das. Ein Gegner und zwei Zeugen.
Für meinen Geschmack habe ich etwas zu wenig getanzt...schade, dass man selten beides haben kann: viel reden, viele Leute kennenlernen und tanzen bis zum Umfallen....
Vielleicht sollte ich mir Douala für tanzen aufheben und nur noch im Alcazar Leute kennenlernen. Douala. Absturzschuppen.
"Du siehst halt echt so aus, außerdem: JEDER der ins Douala geht, kifft. Oder nimmt andere Drogen."
Die Meinung der Unbescholtenen. Eine Meinung von außen.
Ich erzähle ihm, was wir in der Wohnung gemacht haben. Ich senke meine Stimme etwas. "Was ihr habt da GEKIFFT????!" Er lacht. " Also DAS juckt hier doch echt keinen." Ich lache und stimme zu..."Hier kann man noch froh sein, wenn man nur kifft...."

2
Jan
2009

Halt,warte..

..da war noch etwas, das ich dir erzählen wollte. Da waren meine Gedanken, da war diese Geschichte letzte Woche, da waren meine Gedanken.
Du solltest es vlt wissen. Warum, weiß ich auch nicht. Vielleicht, weil ich denke, du würdest daran Anteil nehmen.
Sowas fällt mir nicht leicht...
Es besteht keine Notwedigkeit, dass du es weißt. Wenn ich dir das erzähle, wirst du nur nachfragen. ich kann es dir vlt erzählen, aber antworten kann ich leider nicht. Vlt ist es gut, dass du gegangen bist. Etwas ausprechen zu müssen, zu wollen ist tausend mal schlimmer, als es nur zu denken...

8 Frauen

Pas la peine de se retourner
Sur le tableau décroché
La craie s'efface
Y'a plus de traces


Et moi je vis ma vie
A pile ou face
Tous mes sentiments
A pile ou face
Indifféremment
A pile ou face
Et de temps en temps
Un coup je passe
Un coup je casse

Je veux vivre ma vie
A pile ou face
Mes amours se jouent
A pile ou face
Dans un léger flou
A pile ou face
Je risquerai tout
Un coup je m'égare
Un coup je me gare

Chaque jour devant ma glace
Je vois des rêves qui passent
Et qui s'effacent
C'est le temps qui se cache

Mais moi je vis ma vie
A pile ou face
toutes mes émotions
A pile ou face
Chaque sensation
A pile ou face
Sans hésitation
Un coup je passe
Un coup je CASSE!



Habe kürzlich mal wieder 8 Frauen angeschaut. Die Lieder sind simpel und irgendwie von universelller Gültigkeit. Habe mein Lebensmotto gefunden.
Habe gestern bei der Fahrt ins Douala auch gelost. Kleinerer Tempofetzen: viele Bekannte, aber kein richtiger Abend. Größerer Fetzen: wenig Bekannte, dafür aber ein toller Abend.
Am Ende war es ein bisschen von Beidem.
Nächstes mal nehme ich eine Münze.

1
Jan
2009

...

Mit meiner 23jährigen Arbeitskollegin stehe ich draußen, Sektglas in der Hand. Raketen am Horizont. Wir reden. „ Als ich jünger war bin ich durchgehend von Donnerstag bis Sonntag unterwegs gewesen. Irgendwann brauchst du das nicht mehr. Früher habe ich mit meinem Freund immer einen Abend am Wochenende nichts gemacht und einmal waren wir dann gemeinsam weg. Irgendwann brauchst du so Regelungen nicht mehr….“.
Spaßgesellschaft.
Aber ich kann es verstehen. Ich kann gemütliche Abende daheim oder mit Freunden verstehen, ich kann weggehen von Donnerstag bis Sonntag verstehen.
Aber irgendwie merkwürdig, dass gerade letzteres schon beinahe zu den Jugendsünden gezählt wird. Wie merkwürdig, was für eine Rolle dabei meistens das Alter hat. Oder eine Beziehung…how bizarre.

Eigentlich kann Silvester sehr schön sein. 48 Gäste hatten wir zum Essen. Viele wünschen mir ein Frohes Neues. Ich lächle und wünsche das Selbe. Wenn es Silvester braucht, dass wir einmal nett zu unseren Mitmenschen sind, wenn einmal das Jahresende einen gemeinsamer Kontext schafft, in dem man Wildfremden ein paar Nettigkeiten wünscht, dann ist das positiv.
Später sind wir nur noch zu viert und trinken viel „Hustensaft“. Heute hatte ich Kopfweh und mir war schlecht. Kein guter Start ins neue Jahr, aber hier gibt es bestimmt wieder einen gleichschaltenden Kontext. Einen Kater haben heute wahrscheinlich sehr sehr viele. Fohes Neues.

31
Dez
2008

Das Jahr 2008

Das nächste Jahr kommt.
Was war es nun: ein gutes Jahr, das beste Jahr, das schlimmste Jahr- einfach nur ein Jahr?
Meine Blogeinträge und meine Artikel bei neon.de helfen mir, mich zu erinnern und helfen mir, die Motive dieses Jahres zu rekapitulieren.

Was sich als erstes Hauptmotiv abzeichnet, war meine Verbitterung. Grund war mein jahrelanger Job bei Jamara. Meine Verbitterung habe ich leider auf meine gesamte Umwelt projiziert. Ich war so neidisch auf alles und auf jeden. Einen neuen Job suchen war unter 18 und ohne Führerschein aussichtslos. Der Job war aber stellenweise so schrecklich für mich, stand in keiner Relation zu den Jobs anderer.. wenn sie denn einen hatten. Als Zeuge für meine argumentlose Wut steht hier folgender Artikel.

Mittlerweile habe ich zumindest ein bisschen dazu gelernt. Klar bin ich immer noch etwas neidisch auf Leute, die nie arbeiten mussten. Aber für meine Noten gibt es keine Rechtfertigung. Und Neid ist keine Lösung.

Was zu meiner Verbitterung leider noch mehr beigetragen hat, waren dann noch diese ganzen anderen Faktoren. Fremdbestimmung.
Da war Stress in der Schule, verstärkt noch durch eine Arbeit, die mir keinen Spaß gemacht hat. Dann war das ewige hin und her mit der Theatergruppe. Aussteigen, einsteigen. Die eine Rolle, dann doch die andere. Enttäuschung. Dann noch der Führerschein. Einfach alles scheiße.

Ich weiß mittlerweile, ich hab mich in irgendetwas verrannt. Ich hätte alles besser meistern können…

Das Motiv der Liebe findet sich nur am Anfang dieses Jahres. . Da war viel Spaß als Douala-Stammgast, da war viel Kompensation gesucht nach meiner Chaosbeziehung 07. Und wieder habe ich mich in etwas verrannt, wieder über die Stränge geschlagen.

Hand in Hand geht diese eingebildete, ambivalente Gefühlswelt mit dem Motiv des gefühlten Absturzes.
Vielleicht ja als Konsequenz meines derzeitigen fremdbestimmten Lebens…

Aber ich habe das 12. Schuljahr beendet, habe den Führerschein gemacht, habe die lästigen Theaterproben bestanden. Alles geschafft.
Wie als Zeichen für diesen kleinen Sieg habe ich es geschafft, einen neuen Job zu finden. Dumm nur, dass ich mich da zur Hochsaison wieder verrannt habe. 6 Wochen habe ich gearbeitet, während der Schulzeit ging es weiter. Natürlich mussten da Einschränkungen gemacht werden…angekotzt haben mich oft nur die Einschränkungen, bezüglich des Weggehens.
Ich kann einfach nie zufrieden sein. Vielleicht habe ich mich übernommen. 13. Schuljahr und zusätzlich 25-30 Arbeitsstunden. Aber es war okay, ich habe es geschafft. Und immerhin habe ich trotz immer noch geringer Bezahlung einen Job, der mir Spaß macht und bei dem ich wenigstens rudimentär kochen lerne…

Was jetzt zu Ende dieses Jahres noch kam, war ein Akt der Selbstfindung und des Trasparentmachens.. Im Laufe des Jahres habe ich es geschafft, eine böse autoaggressive Gewohnheit abzulegen. Was dann kam, war die innere Abrechnung, die Ursachenforschung. Auch wenn ich zu keinem befriedigendem Ergebnis gekommen bin, glaube ich, ich habe es geschafft. Und nun bin ich ein kleines bisschen stärker geworden…

30
Dez
2008

Ohne Worte...Ich und Du...Du und Ich

Und irgendwie könnte ich mich theoretisch über soviel aufregen. Praktisch tue ich es nicht. Allerhöchstens ein bisschen.

Da ist diese Arroganz in Deinen Sätzen. Ich habe aber das Gefühl, dass Du dich damit nicht über mich erhöhst, sondern mit mir gleichgestellt sein willst. Kling paradox und irgendwie arrogant. Ich habe Dich so oft dumm und arrogant angemacht in der Vergangenheit, aber die Lösung ist, dass Du einfach nur denken sollst, dass du wie so viele einfach schräg von mir stehst, nicht unter mir.
Meine Kritik an Dir sollte keine Zweifel an dir wecken. Meine Person sollte Dir das verdeutlichen. Wenn Du mich genau anschaust, dann willst du gar nicht auf meiner Ebene sein. Denn dann bist du schräg von allem.

Deine Arroganz verunsichert mich nicht. Ich weiß, wie es hinter Deinen Aussagen aussieht.
Da ist Deine Langeweile, da ist Deine Inkompatibilität mit deinem gesamten sozialen Umfeld.
Da ist Dein Leben, dass du noch weniger auf die Reihe kriegst als ich. Wenn Du denkst, das macht Dich cool, oder das ist eine Gemeinsamkeit von uns, dann irrst Du dich.
Dieses Leben, dieses auf-die-Reihe-kriegen, dass offeriert zwei Seiten einer Medaille.

Wir beide wurden vielleicht nicht genügend auf das Leben vorbereitet. Fehlerhafte Erziehung? Aber das ist der Hintergrund, und der zählt später nicht mehr. Er bietet keine Rechtfertigung.
Mein Chef hat einmal gesagt, dass er seine Aufenthalte in Waisenheimen in seinen Bewerbungen erwähnt hat. Nicht, um sich zu rechtfertigen, sondern einzig und allein um zu verdeutlichen, dass er es trotzdem geschafft hat.
Wir beide sollten das auch.
Ich weiß, was ich geschafft habe, aber was hast Du geschafft?

Während Du dein momentanes Glücklichsein auf dieser speziellen Ebene auf Dein gesamtes Leben projizierst, dann reduzierst du dich. Wenn Du zum ersten mal seit langem nicht daheim rumhockst, dann spricht das nicht für dich, dann spricht das nur für Dein Leben davor.
Und was war das für ein Leben?
Auf jede Kleinigkeit, jeden zweifelhaften Hoffnungsschimmer hast Du dich geklammert, wie eine Ertrinkende. Da war der eine Job in Aussicht, dann der andere. Ob Du dich wirklich darum bemüht hast, ist zweifelhaft.
Da waren Typen, Blicke, Dates. An alles hast Du dich geklammert. Fixiert, äußerlich und innerlich. Und alles hast Du nach außen getragen, breit getreten. Öffentlich gemacht.

Da war dieser Joint, der kreiste in einer Gruppe von Bekannten. Nicht Deine Bekannten. Als Du an der Reihe warst, hast Du Dich wieder daran geklammert, wie eine Süchtige. Fast peinlich. Fast ganz aufgeraucht hast Du diesen Joint.
Warum? Ging es Dir um eine Aussage? Im Kreis dieser Leute- wolltest Du irgendetwas vorspielen? Etwas beweisen?

Ich weiß, Du fühlst Dich manchmal ganz klein.
Ich weiß aber auch, dass das, was Dich so klein macht, Dir nicht in den Sinn kommt. Familie, etc – kein Grund, keine Legitimation. Was Dich klein macht, sind Kleinigkeiten. Die sind aber fest verwurzelt in Dir. Die Sache mit dem Joint. Diese Kleinigkeit hat so eine große, hässliche Aussage über Dich gemacht. Diese Kleinigkeit – und viele andere auch! – steht Pate für Dein ganzes Selbst. Und Du merkst es nicht einmal..

Meistens bist Du mir egal. Manchmal erweckst Du als einzige Gefühlsregung in mir nur leichte Wut. Wut und Unverständnis. Manchmal aber bin ich Dir gegenüber einfach nur stoisch, geduldig. Aber nicht empathisch.

Und ganz selten kommt mir der fiese Gedanke, dass ich diese andere Seite der Medaille bin. Und dann sehe ich Dich, höre ich Dich…und denke, dass ich früher Du war…

27
Dez
2008

...

Am Dienstag suchten meine Eltern den Schuldigen für das Chaos in der Küche. Tatzeit: Dienstag Morgen. Relativ früh. Zwei Uhr war es. Aber immerhin heimgekommen.
Filmrisse bemerkt man entweder
1) beim Aufwachen
2) wenn andere Leute sagen: „Weißt du noch, dass…..“

Im meinem Fall kam das Bewusstsein für die Wissenslücke, als ich die Frage, ob ich noch was gegessen hatte, nicht beantworten konnte.
Und so kam ich gestern heim, und hab der Versuchung, noch was zu essen, widerstanden. Fast ins Zimmer geprügelt habe ich mich. Ich glaub aber, ich weiß noch alles.

Stimmungsschwankungen.
Die Tränen kamen ganz plötzlich.
Im Spaß umarmt er seine Schwester: „Ach, hallo! Du auch hier?“. Gutes Geschwisterverhältnis. Mein Bruder war auch da. „Komm, wir schauen ihn einfach ganz lang an, bis er es merkt.“ Eine Umarmung kriege ich nicht. Aber wenigstens ein Hallo.
Die Tränen kamen ganz plötzlich.
„Ich glaub, mein Bruder ist einfach ohne mich gegangen.“
Durch den Schleier sehe ich den Douala-Bekannten auf mich zukommen. Er hier? Er hebt mich hoch wie ein Kind und zieht mich dann zu seinem Kumpel. Ich stehe da und versuche
1) den Tränenfluß zu stoppen
2) die Tränen unauffällig wegzuwischen
3) lächeln

„Was ist denn los? So kennt man dich gar nicht.“ Ich drehe mich weg, Er legt den Arm um mich. Geborgenheit. Fallen lassen. Aber ich will nicht weinen. Ich will mich auch nicht erklären. Auch wenn er jetzt wahrscheinlich denkt, ich hätte Liebeskummer.
Wohl nur zum Spaß spielt der DJ Eminem. Plötzlich kann ich lächeln. Ich ziehe meine Mütze schräg und wir gehen ab. Wieder.

Am Ende waren alle Tränen vielleicht doch sinnlos. Falls Tränen jemals sinnlos sein können??? Mein Bruder kam und ich bin heimgekommen.
Und selbst wenn er gegangen wäre: ich hatte sogar eine andere Alternative. Wäre heimgekommen. Oder hätte übernachtet, irgendwo. Scheiß drauf.

Scheiß auch auf die Tränen. Das fehlende gute Verhältnis zu meinem Bruder zu beweinen ist tatsächlich sinnlos…
Also jetzt ein bisschen Emocore und das Wissen, dass es immer ein bisschen schlimmer sein kann.
Please don't worry, I am doing fine

Gerade als

als die Tränem schon am fleßen waren. ich treffe di tasten nichz mehr. Bitter. die Augen brennen nd kein Alkohol der Welt kann es kompensieren. Ich muss weinen, kann es verhindern. Später dann die Erkenntnis. Egal, weinn. trotzdem: da sind die beiden. "Was ist denn? So kennt man dich gar nicht?".
Ich dachte du wärst weg. ch bin so enttäsucht. so traurig. Nur noch weinen. Egal. Gutes Lied. Abgehn. Whiskey. Dann doch du-du warst gar nicht weg? Die tränen sinnlos?oder doch nicht? Ein ganzes <Leen lang....sinnlos...scheiße..sterben...das warst glaub du. Doch ich. Now it´s a tragedy. Nun bin ich einfach gegangen. Egal.
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Zuletzt aktualisiert: 19. Nov, 06:51

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