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26
Dez
2008

Gegen Drogenkonsum

In der Tonne in Wangen hängen überall Schilder, die Verkauf, Konsum etc von Drogen verbieten. Bisher war ich dort nur auf Hardcore-Konzerten. Die Schilder sind mir nie aufegfallen.
Anscheinend ist die Tonne aber auch verrufen.
Ich wusste, Wangen an sich ist die Stätte für chemische Drogen, aber doch nicht das lokale Jugendhaus? Mit seinen verschachtelten Gängen und Räumen, mit seiner lokalen Jugend, die es leitet.Wangen ja, aber doch nicht dort?
Vielleicht war es ja nur früher so, oder ein Hardcore-Konzert ist nicht wirklch repräsentativ...
Die Tonne also auch. Douala sowieso. Alcazar früher, dann nicht mehr und jetzt langsam vlt doch wieder...überall. Gerüchte. Ein bösartiger Ruf. Der Hauch des Risikos..

25
Dez
2008

...

Häuslich werden. Vernünftig. Ein beschauliches Leben führen.
Es ist ja nicht so, dass ich es nie versucht hätte! Da war der Versuch, der neue Job, mal nur was trinken gehen, so stammtischmässig. Essen gehen. Es war durchaus angenehm. Ich hatte nichts auszusetzen. Mir hat damals kaum etwas gefehlt. Es liegt mir einfach nicht, noch nicht!

Ich bin noch so jung, einerseits habe ich - vielleicht- noch ein ganzes Leben voller Vernunft vor mir, denke ich. Also die Jugend genießen, denke ich. Andererseits ist das Leben so kurz und könnte so kurz sein, deshalb also lieber jetzt leben, denke ich.
Ist das oberflächlich?

Gegen meine Bedürfnisse kann ich nichts tun, ebenso wenig gegen meine Gedanken. Und meine Gedanken verursachen in mir Enttäuschung den heutigen Abend betreffend.
Gemütliches Beisammensein im kleinen Kreis war geplant, danach Douala. Jetzt die Einschränkung: eher nicht Douala, sondern Wangen. Aber auch nur vielleicht.
Da ist diese Enttäuschung in mir, derer ich mich selber fast schäme...Douala müsste nicht sein, aber trotzdem...der Plan war feiern. Mit ihr. Ich wäre sogar mitgekommen nach Wangen, auch wenn ich dort nicht das finden würde, was ich eigentlich suche...es geht ja nur um das Beisammensein. Aber nicht Beisammensein daheim!
So bin ich einfach nicht.

Dieses Phänomen treffe ich häufig: man hört auf seinen Körper, hört auf seine Bedürfnisse.
Müdigkeit, also daheim bleiben. Am nächsten Tag früh raus, also daheim bleiben.
So bin ich einfach nicht.
Die Müdigkeit kommt immer, sie schleicht sich an. Immer. Selten höre ich darauf. Und wenn ich jedes Mal daheim geblieben wäre, wenn ich am nächsten Morgen arbeiten musste, dann wäre ich die letzten Monate daheim geblieben…
So bin ich einfach nicht.

Vielleicht bin ich ja oberflächlich, aber ich verurteile ja niemanden, der anders leben will als ich…ich kann gegen meine Bedürfnisse nichts machen, ich bin süchtig geworden nach Leben, ich bin unersättlich geworden! Ich will leben, jede mögliche Sekunde auskosten! Ich brauche Kompensation wegen allem und jedem!
So bin ich einfach.

Am liebsten hätte ich einfach beides. Mal shoppen gehen, mal essen gehen, mal was trinken. DVD-Abende. Oder eben Absturz im Douala, shaken im Alcazar oder Konzerte im Adler..
Warum ich den heutigen Abend nicht einfach als ersteres sehe und mich damit zufrieden gebe, weiß ich nicht. Vielleicht weil heut Donnerstag ist. Traditionsgemäß reserviert für Douala. Vielleicht, weil ich den gestrigen Tag doch nicht so sehr ertragen hab, wie ich es mir vorgenommen hab. Vielleicht weil ich den ganzen Dienstag flachgelegen hab und deshalb unausgelastet bin. Vielleicht, weil ich einfach total oberflächlich bin….
So bin ich einfach.

...

"Wo sind denn die Filter? Ach, da ist ja noch einer! Das ist ja wie Weihnachten!"

24
Dez
2008

Scheiß Weihnachten??

Ich bin es leid, Sätze wie „Scheiß Weihnachten“ zu hören. Oder diese gängige Antihaltung: „Geht doch nur um Konsum, um Materialismus!“. Aber hallo, sehr früh gemerkt, Menschheit.
Sehe ich meine Familie an, dann bin ich froh, wenn der kleine Mann an Weihnachten einfach mal nicht so sehr übers Geld nachdenkt. Natürlich werden unsere Geschenke mal wieder kleiner ausfallen, als beim Rest unseres jeweiligen Bekanntenkreises, aber dennoch sind wir ja alle bescheiden geworden. Und dieses kleine Stückchen Materialismus gönnen wir uns und nehmen es gern an. Allzuviel zu lachen hat das Proletariat ja sonst nicht…
Immerhin scheint es ein Tag zu sein, an dem man seine ganze Bitterkeit mal vergessen kann und einfach nur eine Familie ist. Es geht um eine Fassade.
Diese wird zur Perfektion gebracht.
Wenn ich mich so umsehe, dann scheint diese häusliche Fassade gängig zu sein und keinen Raum und keine Energie mehr zu lassen, für eine weihnachtliche Fassade für den Rest der Welt.
Geschenke machen, Geschenke geben, lächeln, Weihnachstessen, vlt auch eine Spende überweisen im Namen der Christlichkeit und der Nächstenliebe – und dann hörts auch schon auf.
Dafür, dass heut Weihnachten ist, sind ganz schön viele Autos an mir vorbeigefahren. Natürlich wurde ich schon relativ schnell mitgenommen, aber trotzdem…in diesen 10 Minuten sind sehr viele Autos an mir vorbeigefahren ohne anzuhalten…
Ist das Nächstenliebe? Ist das Weihnachten?

Im Grunde hat diese Gruppe junger Männer, über die ich heute Mittag in Memmingen gestolpert bin, alles richtig gemacht: Als eine Art Gegenbescherung haben sie sich mittags einen schönen Rausch angetrunken und gaben einem Obdachlosen ein Bier. Weil der doch gar keine Familie hat.

Da gibt es tausende Jugendliche, die sich „links“ nennen, die gegen den „scheiß Kapitalismus“ an „scheiß Weihnachten“ wettern und diese Gruppe junger Männer, die in diesem Schickimickicafé fast noch eine Schlägerei angefangen haben, machen es richtiger, als viele andere…
DAS nenn ich mal ein Weihnachtszeichen!

22
Dez
2008

...

DB Vertrieb GmbH
Fahrpreisnacherhebung
76518 Baden-Baden


Reduktion des Fahrpreisnacherhebungsbetrages mit der Referenznummer 4008557263485

Liebe Deutsche Bahn,
Torheit schützt vor Strafe nicht.
Dieser Fakt ist mir natürlich bewusst und ebenso, dass Schwarzfahren nun mal kategorisch schwarzfahren ist und nicht wegargumentiert werden kann!
Natürlich kann ein Schaffner nicht auf die persönlichen Hintergründe eines jeden ohne- gültigen- Fahrschein- Fahrenden eingehen! Deshalb wollte ich meine Begründung einmal schriftlich fixieren:
Ich bin Schülerin eines Gymnasiums im letzten Jahr. Als Schülerin bin ich im Besitz einer Bodo-Monatsfahrkarte, gültig für das gesamte Bodogebiet.
Damit fahre ich zB jeden Tag in die Schule, oder eben nachmittags im Bodo-Gebiet.
Die Frage nach der Gültigkeit erst ab 13.30 hat sich mir natürlich nie gestellt, denn meine Vormittage verbringe ich natürlich immer in der Schule, allerhöchstens krankheitsbedingt zu Hause. Vormittags fahre ich eben nur in den Ferien.
Was ich nicht wusste, ist, dass diese meine Art zu fahren der absoluten expliziten Gültigkeit meiner Fahrkarte entspricht! Unbewusst habe ich mich also immer rechtens mit der Karte bewegt und hatte demzufolge noch nie ein Problem.

So begab es sich also, dass ich am 19. Dezember, ein Freitag, dem Beanstandungstag, eigentlich ein regulärer Schultag, mit meiner Bodokarte, deren Gültigkeit um diese Uhrzeit – nämlich ungefähr 9:00, anstatt 13:30!- nur auf die Strecke: Aitrach-Bad Wurzach konzipiert war, im Zug Kisslegg-Aitrach saß.
Die Oberstufe meiner Schule hatte an diesem Tag zwecks Lehrerfortbildung frei. Natürlich gilt das eben als eine Art beweglicher Feiertag und spricht damit für mich als Schwarzfahrer.
Nun sollten Sie aber beachten, dass sich in mir einfach die Assoziation: Keine Schule- also Zugfahren im Bodo-Gebiet internalisiert hat!
Schulfreie Vormittage kamen in meiner gesamten Schulkarriere so selten vor, dass ich mich nicht einmal mehr daran erinnern kann! Für mich war dieser freie Vormittag einfach das Höchste um demzufolge wollte ich ihn einfach nutzen!
In Anbetracht der Tatsache, dass sie nun meine Hintergründe kennen, dass ich eine budgetbeschränkte Schülerin bin, dass bald Weihnachten ist, ersuche ich nun dich, liebe Deutsche Bahn, mit all deinen Mitarbeitern, sowie dem Zuständigen, der mein Schreiben gerade liest, um eine Minderung der Strafe.
Anbei ein Überweisungsformular über 20 Euro. Ich hoffe, und ich appelliere gleichzeitig, dass dieser Betrag meinem Vergehen angemessen ist, denn so selbst schätze ich den Wert meines Vergehens ein. Vielleicht hat meine schriftliche Erklärung ja entweder ihre vorweihnachtliche Kulanz erweckt oder sogar Verständnis!

Mit freundlichen Grüßen

21
Dez
2008

Can U Hear The Sound?

ARE U WITH ME TONIGHT?
CAN U TAKE THE PRESSURE?
ARE U READY TO MOVE?
ARE U READY TO GROOVE?

Okay. Etwas festgefahren bin ich. Normale Diskos? Ein No-Go für mich. Bauernfeste, öffentliche Partys- ein No-Go für mich. Lieber Stammgast im Alcazar und im Douala. Ab und zu und musik/happyhourbedingt Adler. Dort geht’s mir gut, dort bin ich König.
Ich war immer stolz darauf, meine Wochenende auch ohne Feste füllen zu können....

„Am Samstag ist ein Fest in Gebrazhofen- kommst du mit?“ „Ach, mal gucken..“
„Hey, sie fragt mich nicht mal.“ „Kommst du mit?“ „Ne.“ „Ja komm, jetzt musst du auch mit, wo ich dich schon frag.“
Dann war da diese Ambition, doch dorthin zu gehen. Doch alles wurde anders.
„Was machst du denn hier?“ „Ich teste meine Grenzen aus…wo ich reinkomme, und wo nicht.“ „Und wo kommst du nicht rein?“ „Hugo´s“ „Ja, warum wohl?!“


Russendisko deshalb. Dort ist der Alkohol billig, aber er wirkt nicht betäubend, sondern wirkt eher reizend auf dieses seltsame Völkchen. Ich sehe verschiedene Schlägereien. Die Türsteher sind omnipräsent und werfen alle Querulanten raus. Das cliché der russischen Trinkfestigkeit bestätigt sich…
Hier wird ein Stück Russland mitten in Deutschland bewahrt. Wodka und russischer House. Russischer Freestyle draußen. Man fragt mich auf russisch nach Feuer. Ein seltsames Völkchen, leidenschaftlich und aufgeschlossen.
Ich falle auf, werde aber nicht dumm angemacht. Ich falle auf, komme ins Gespräch mit ein paar wenigen. Die Kultur fungiert hier als eine Art Parameter, der das Stereotyp der Disko verändert und es doch von den anderen Houseschuppen, Modeschauen, Prollodissen abhebt….und es immer noch besser macht als ein Bauernfest.

20
Dez
2008

Unerwartet

Bad Wurzach. Ein Gefühl der Heimatlosigkeit. Mein Feierabend kam zu spät. Jetzt heißt es improvisieren. Mein Tshirt riecht nach Küche und sieht scheiße aus. Neckholderoberteil darunter. Deo hab ich dabei. Keine Schminke. Also Naturlook. Mit Metall.
Die Haare auf. An diesem Morgen habe ich geduscht. Passt. Den Küchengeruch wird der Wind verwehen, so hoffe ich.
Und nun?
In meiner Tasche ist quasi gar nichts. Keine Vorbereitung. Einen Feierabend um halb 10 habe ich nicht erwartet.
Und nun?
Improvisieren. Dann halt einkaufen gehen. Rewe hat auf. Rewe hat Wodka. Stoppen ins Alcazar?
Improvisieren. Lebenskünstler sein. Ich organisiere mir einen Platz zur Fahrt ins Douala. Alcazar würde zwar Schlaf ab vier, halb 5 im Katzenklo bieten. Douala bietet BlackWhite und Schlaf ab halb 8. Nach mehr oder weniger 50 Stunden wach sein.

Wir sind in dieser Wohnung. Plötzlich hockt sie nur noch da und starrt ins Leere. Ihr Gesicht ist weiß, der Blick nicht glasig, sondern auf irgendetwas in der Ferne fixiert. Was sie wohl sieht?
„Ich glaub, der geht’s sehr gut.“ Nein. Irgendwann übergibt sie sich. In meinem Zustand sehe ich die Gastgeberin, die ich immer nur beim Abgehen und betrunken gesehen habe, mit ganz anderen Augen. Plötzlich ist sie wirklich normal. Und ganz normal schockiert von ihrer kotzenden Freundin. Wir sind zu fünft. Ich sehe die Leute und sehe wieder ihr Inneres.
Ihr Freund nimmts lustig. Steckt mich phasenweise an. Ich lache. Beantworte eine Frage. Der andere lacht selber mit knallroten Augen. „Dich verspickts auch grad.“ „Bloß nicht kotzen“ sagt die andere. Ihr Dialekt fällt mir erst jetzt auf. Im übertragenen Sinn könnte ich jetzt kotzen. Sie ist diejenige, die ich ansehe und deren Inneres mich schockiert. Wie sie sich aufführt! Ihr Freundin kotzt und sie zieht irgendeine Show ab mit Pulsfühlen etc! „Du, des kann I jetzt grad gar id glaube!“ Schrecklich.
Alle schauen mich an und dieser Aufmerksamkeit kann ich mich nicht entziehen. Und diese Aufmerksamkeit wirkt surreal in meinem Zustand. Zwischen einzelnen Lachern sehe ich in diese vielen Augenpaare.

Irgendwann gehe ich.

Ich laufe und laufe. Eigentlich kenne ich den Weg und gerade deshalb laufe ich automatisiert den Weg, den mein verdrehtes Inneres mir vorschreibt. Ganz kurz der Gedanke, als ich dieses Haus sehe:
Was, wenn ich jetzt gerade die ganze die falsche Richtung laufe Wenn ich auf meinen Körper gehört habe, der mich aber angelogen hat? Kein Wille dabei gewirkt hat?
Es war der richtige Weg. Ich komme an. Wie bei Kafka gibt es diese Divergenz der Zeiten. Ich dachte, es wäre später, in Wirklichkeit ist es erst halb 2. In meinen Gedanken ist es 3, als ich ankomme. Ungefähr.

19
Dez
2008

...

Nicht einmal mehr eine halbe Stunde Zeit. Noch was essen. Und noch die Erinnerung an den Abend fixieren. Rekapitulieren.
Das erste mal nicht ganz so twisted. Eher unwirklich, traumähnlich. Nicht ganz so Geschepper. Andere Leute.
"Stresserchick" wurde ich genannt. Zu burschikos für diese Welt. Für das gesellschaftliche Frauenbild. Pity. Aber egal. Da war diese Bekannte, die Bisexuelle ist. Mit einer leicht stereotypen lesbisch wirkenden Fredunin?Oder "Freundin???"). Ganz kurze Haare. Jacket. Trotzdem hübsch. Kein Mannweib, aber....eben stereotyp lesbisch.

Geschlafen habe ich am Bahnhof in Aulendorf. Und im Zug von Aulendorf nach Kisslegg. Eine Stunde? Halbschlaf?Ganzschlaf?
Das erste Mal, dass mich gegen halb 5 Müdigkeit angegriffen hat. Ganz kurz.
Da war diese junge frau auf der Toilette. ich wünschte, ich hätte mir den Wortlaut gemerkt...."Du siehst aber auch ganz schön verrück aus. Nicht schlecht."
Am Vormittag hatte ich in der Schule ein gespräch über Partybekanntschaften. Von wegen besserer Gruppendynamik in einer Gruppe von Jungs. Stimmt schon. Zickenstress. Vor allem oder vlt ja auch nur,wenn man sich nicht kennt... Weiß ich nicht. Nicht mehr.

17
Dez
2008

of nothing, no one, nobody, no more

Einfach in Richtung vorwärts gucken.
Am Besten blicklos.
Also nach vorne, aber nach innen.
Nicht in der Vergangenheit leben, nicht in der Zukunft leben. Einfach leben. Leben und akzeptieren. Auch wenn es schwer ist.
Dabei das richtige Maß finden. Nicht rücksichtslos sein, aber auch nicht empathisch. Einfach Sein. Auch wenn es schwierig ist.
Ich rege mich gerade auf, aber nicht konstruktiv. Ich sehe nur das Schlechte, habe aber keinen Bock, selber in diesem Fall gut zu sein. Ich sollte einfach sein und mich nicht ärgern über diese anderen. Ich rege mich auf wegen Taten, aber nicht aus Empathie für die Betroffenen.
Scheuklappen habe ich, aber trotzdem kann ich meine Gefühle nicht kontrollieren. Noch nicht.
Diese anderen. Vielleicht machen sie es richtig? Sie sind einfach so…aber dabei allzu falsch und allzu rücksichtslos sein? In einem Maße, wie selbst ich nicht falsch und rücksichtslos bin??
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Zuletzt aktualisiert: 19. Nov, 06:51

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