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3
Aug
2009

Am Sonntag kommt der dann der Hunger und die Müdigkeit

„Mann, bist du fertig!“

Absolut tödlich – Gleichgültigkeit.

In solchen Situationen färbt man sich die Haare, kleistert sie voll mit Wasserstoffperoxid, tötet die Haare, tötet sich, tötet den letzten Rest Vernunft. Piercings – das gleiche Prinzip! Schmerz und Gleichgültigkeit.

Absolut tödlich - das innere Brennen, die innere Unruhe. Der Körper schreit schon lange nicht mehr nach Essen oder Schlaf. Die Beine laufen, egal wohin.

Absolut tödlich, dieses „Fertig sein“. Und leider der perfekte Nährboden für etwaige Abstürze.

„Seh ich so aus, als ob ich Drogen nehmen würde?“ Ja-Ja-Ja!

28
Jul
2009

Dreaming Of You

Wie sinnig, dass das Lied, das in dem Auto lief Dreaming Of You heißt…


Träumen kann schön sein. Ich weiß noch, wie ich früher nur auf einer Matratze lag und mir meine eigenen Welten erträumt habe. Ganze Mittagsstunden habe ich in Apathie und Kontemplation verbracht. Es war eine Sucht, dieses bewusste Träumen.
Die Sucht breitete sich aus in meinem Leben. Erst waren es die Stunden vor dem Einschlafen und kurz nach dem Aufwachen. Dann besagte Mittagsstunden. Und plötzlich konnte ich nicht mehr aufhören:
Ich saß im Unterricht und entwickelte meine eigenen Traumtechniken. Ich starrte auf das Karoblatt vor mir und verschwand in dem Kästchen, denn dahinter war meine eigene, meine erträumte Welt.
Das war die präpupertäre Zeit. Nein, ich habe nicht von einem Leben geträumt, das ich in meinem Zeitalter gern führen würde. Ich habe nicht von Freunden, Kumpels und hot boyz geträumt. Ich habe… anders geträumt. Da war ein brennendes Ziehen in mir, aber nicht nach Leben, sondern nur nach Träumen. Und nach Manipulation.
Ich war der Herr meiner Träume, ich war Entwickler meiner eigenen Handlungsstränge. Mein Drehbuch. Gottseidank war ich in meinen Träumen nie Ich selbst…

Wenn ich jetzt wieder in kontemplativen Träumen versinke, dann erträume ich eine Welt, die nicht mehr abstrakt ist. Dann träume ich von Mir selbst, mache aber den Fehler, wieder Handlungsstränge zu entwickeln, zu ERTRÄUMEN. Dann gebe ich mir eine imaginäre Ohrfeige und stehe von meinem Bett auf. Denn mein Leben und was noch kommen mag, was hätte kommen können, das steht mir zu erträumen nicht zu.

Und wenn mein Körper nach der Ohrfeige aber immer noch nicht aufstehen will, dann erträume ich mir lieber wieder mein eigenes, abstraktes Zeitalter. Das ist dann weniger erbärmlich.



What's up with my heart when it skips a beat,
cant feel no pavement right under my feet,

up in my lonely room
when im dreaming of you
oh what can I do
I still need you but
I don't want you now

when I'm down and my hands are tied
I can not reach a pen for me to draw the line
from this pain I just cant disguise
it's gonna hurt but I'll have to say goodbye

up in my lonely room
when im dreaming of you
oh what can i do
i still need you but
i dont want you now

oh yeah

up in my lonely room
when im dreaming of you
oh what can i do
i still need you but
i dont want you now

25
Jul
2009

Was ist Einsamkeit?

Früher dachte ich, Einsamkeit sind die Wochentage. Denn am Wochenende weggehen kann Jeder, aber für Shoppen, Kaffeetrinken, Baden etc braucht man Freunde. Zum Weggehen Bekannte.
Dann dachte ich, Einsamkeit ist ein Abend am Wochenende, an dem man daheim ist.

Es ist ein bisschen von allem.
Einsamkeit ist aber auch ein schweigendes Handy.
Oder ein Handy, auf dem die falschen Leute anrufen. Permanente Vibration schützt auch nicht vor Einsamkeit. Aber es heißt, dass man sozial gefragt ist.
Ein schweigendes Handy ist also Einsamkeit und Gleichgültigkeit vonseiten dem sozialen Umfeld.

Mein Handy schweigt. Mein soziales Umfeld ist mir gegenüber gleichgültig, aber ich bin es auch. Vorgestern habe ich nicht meine Handynummer weitergegeben. Und gestern habe ich mich über manche Gesichter nicht gefreut, auch wenn ich verpflichtet war, Hallo zu sagen.
Ab September werde ich ein misanthropischer Einzelgänger und ich lege jetzt den Grundstein.
Und bis dahin gewöhne ich mich an ein schweigendes Handy, aber auch an meine mir unerklärlichen Gleichgültigkeit und Unlust, daran etwas zu ändern.

18
Jul
2009

Schnee an der Autotür und eine fiktive zweite Decke im Auto

Autofahren. Plötzlich verliert das Auto vor mir die Kontrolle und ich merke, wie auch meine Reifen den Halt verlieren: Ich drehe mich um die eigene Achse, zweimal, dreimal, ich schieße auf zwei Autos zu, die aufeinander gefahren sind.
Ich will mich abschnallen, weiß nicht mehr, wie man bremst, will die Autos nicht erwischen, erahne einen Abhang da, wo ich hinschieße. Will rausspringen. Kein Abhang, ich fahre weiter, weiter, finde die Bremse nicht mehr.

Szenenwechsel. Ich bin ganz allein. Viele Leute um mich herum. Ich habe Angst vor der Weite und von den Personen, die immer wieder auftauchen. Ich trete um die Ecke, dort liegt ein Pärchen. Ich gehe weiter, will mich verstecken, um Gespräche zu belauschen, denn ich weiß nicht, wo ich bin und was ich dort mache. Was die anderen da machen.

Ihre Hand blutet, ich merke es nicht, greife immer nach ihr. Sie löst meinen Griff, ich greife wieder fester, sie löst meine Hand wieder. Dann sehe ich die Schnitte an den Fingern und das Blut und lasse ihre Hand.

Szenenwechsel. Eine Art Bahnsteig, vielleicht auch eine Promenade, viele Leute um mich herum. Finger tasten an mir, berühren und kneifen mein Gesicht. Bedanken sich. Ich drehe mich um, sehe sie nicht, dann sind sie wieder da. Tasten und kneifen. Ich renne, dann wache ich wieder auf.

Die Katze liegt wie tot neben mir auf dem Bett, ich stehe auf…

15
Jul
2009

Trägheit zieht ein…

Früher, da war alles besser. Da war ein Durst nach Leben, ein Durst nach Action und Spaß, ein Durst nach dem Extremen und dem Grenzwärtigen! Und was ich nie nie nie gedacht hätte, ist nun eingetreten: Übersättigung mit all dem.
Man konnte fast sagen, ich bin vernünftiger geworden. Oder von dem Extremen einfach nur gelangweilt. Was jetzt leider folgt, ist ein Rückzug in die – noch- heimatlichen vier Wände…

Nun ist die Struktur, die der Schulalltag offeriert, durchbrochen und was bleibt ist das Nichtwissen. Was tun mit dem Zuviel an Zeit? Was tun mit der Muße, einfach mal NICHTS zu tun. Schulalltag bietet wohl meistens nur die Extreme: ein Zuviel auf der einen, en Zuwenig auf der anderen Seite.

Ich hätte mir gern ein bisschen von dem Zuviel Zeit letztes Jahr und das Jahr zuvor geschenkt. Ich hätte Tränen der Erleichterung geweint um die Zeit und die Muße. Da war der schulisch strukturierte Alltag, da waren Termine und Hobbys und Freizeitaktivitäten. Ganz früher auch nichts außer Schule. Dann kam das Zuwenig an Zeit, der Zwang aufzuhören, kein Mannschaftsmitglied mehr, keine Theaterproben. Dann wurde das Zuwenig immer mehr, bis mir selbst die Zeit gefehlt hat für profane Dinge wie Augenbrauenzupfen. Lebensqualität eben.
Dann ein subjektives Gefühl des Zuviel an Zeit: die Maßstäbe haben sich gewandelt. Das gefühlte Loch wird gestopft und gestopft. Und jetzt:
Ist subjektiver Überfluss an Zeit nicht mehr subjektiv.
Jetzt ist ein Loch, das ich aber weder als negativ, noch als positiv wahrnehme und das ich auch nicht stopfen will.

Heute morgen bin ich aufgestanden und hatte große, aber schwammige Pläne. Und jetzt höre ich die Regentropfen und habe plötzlich kein Bedürfnis außer Haus zu gehen. Und was ich nie nie nie gedacht hätte, ist nun eingetreten: die Erkenntnis erschreckt mich nicht, die Wände kommen nicht näher, wenn ich länger zwischen ihnen bin. Da ist kein Druck, ihnen zu entfliehen, noch nicht. Und vor allem nicht auf eigene Faust und bei Regen.

Ja, früher, da war alles besser. Da war ein Durst nach Leben, aber dieser Durst scheint zumindest hier im Umkreis von 40 Kilometern gestillt zu sein. Denn irgendwie war ich dort überall schon, wo ich sein wollte und ich habe dort schon alles gesehen, was ich sehen wollte und alles gemacht, was ich machen wollte.
Ja, früher, da war nun mal alles besser. Da hätte ich dieses Argument belächelt und gesagt: Aber daheim, da hast du auch schon alles gesehen. Und man kann nie genug sehen, nie genug machen und nie genug erlebt haben.

Aber darum war früher auch früher…

5
Jul
2009

...

Beim Drehen zerfließt die Zigarette in meinen Händen. Als ob die Gravitation spürbar daran zieht.
Ein kurzes Schweigen nach einer Frage wird zur EWIGKEIT aufgebauscht und nonverbal werden SO VIELE Worte gesagt…
Schweigen nach meinem Redeanteil. „Was?“.
Dann eine frage von mir, genervte Antwort:
Die Sinne werden sensibilisiert.
Schweigen hat eine Bedeutung. Jede Intonation hat eine Bedeutung.
Zum Abschied die Hand geben. Er redet mit ihr. „Keine Macht den Drogen“, dabei führen die Augen ein Eigenleben und starren MICH an.
Die Sinne sensibilisiert ..

„Das Coole daran ist, dass man es nicht merkt.“
Wie ein Mantra denke ich mir: Nur ich merke es, die anderen nicht. Nur ich, die anderen nicht. Meine Sinne sind sensibilisiert. Es ist alles wie immer, nur mein Blick ist offener.
Nicht ich verhalte mich anders. Auch die anderen verhalten sich nicht anders. Sie verhalten sich wie immer. Aber...O GOTT!!!

4
Jul
2009

Flaues Bauchgefühl..vlt auch etwas höher ...

Ich kann Leute dissen, kann Worte zu ihnen oder Worte über sie sagen und habe kein schlechtes Gewissen. Ich kann meinen Eltern meine vernichtende Kritik entgegenschmettern und habe kein schlechtes Gewissen. Ich kann einer Freundin beim Kotzen zwar die Haare halten, aber muss trotzdem lachen und habe kein schlechtes Gewissen.
Ich kann eine Freundschaft kündigen und habe kein schlechtes Gewissen.
Manchmal kann ich lügen und habe kein schlechtes Gewissen.

Fremdempathie habe ich aber, wenn mein Bruder meinen Eltern pathetische Hasstiraden entgegenschmettern, die ich nicht mal bloggen würde. Dann habe ich ein schlechtes Gewissen, nur weil ich es mitgehört habe.
Oder wenn jemand zuschlägt, Kinder oder Tiere. Dann habe ich ein schlechtes Gewissen, nur weil ich es gesehen habe.
Dann würde ich mir gerne die Augen raus- und die Ohren abreißen und mein Herz hinterschmeißen. Denn irgendwo da sticht es und da soll wohl das Gewissen sein.

Ebenso sticht es, bei einem falschen Wort, bei einer Situation, in der man sich eine Sekunde lang falsch verhalten hat. Dass ich meinen Vater mit dem gleichen verächtlichen, leicht gönnerhaften Blick angeguckt habe, wie man mich schon angeguckt hat. Dass ich bei meiner Mutter einmal zurückgeschlagen habe. Dass ich der alten Frau nicht die Tür aufgehalten habe, weil sie so langsam gelaufen ist.
Dicker, schmerzhafter Kloß im Hals und Schmerzen irgendwo da, und da soll wohl das Gewissen sein.

Ethik ist teuer, aber Moral kriegt man geschenkt.
Heute morgen ist mein besoffener Bruder um halb 10 heimgekommen, fünf Stunden nach mir. Seine Schritte in seinem Zimmer habe ich gehört und im Halbschlaf habe ich mir das Bild von ihm und seiner Trunkenheit gemacht. Dann ist er kurz in mein Zimmer und ich habe ihn angebrüllt. Verschwinden soll er, raus, aber sofort. „Egal, wie dicht du bist.“
Dann Schweigen seinerseits. Dann „Okay“.

Jetzt schläft er seinen Rausch aus, ich muss bald gehen und es sticht wieder da und diesmal würde ich mir gerne die Zunge rausschneiden und da, wo es sticht, will ich bitte gar nichts mehr haben.

19
Jun
2009

Böse Vorahnung..

"Mein ganzes Leben war ich einsam. Überall. In Kneipen, im Auto, auf der Straße, in Geschäften, überall. Es gibt kein Entrinnen vor der Einsamkeit. Ich bin Gottes einsamster Mann!"


Manche Menschen sind prädestiniert. Ich frage mich, was sie falsch machen. Ich frage mich, was ich falsch mache.
Manche Menschen sind gesegnet: es beißt sich die Katze in den Schwanz – sie wollen nicht allein sein und sind es auch nie! Nennt man wohl Karma…
Aber Karma ist tückisch…aus Furcht vor Einsamkeit beißt sich die Katze wieder in den Schwanz…dann wird aus der Furcht bittere Realität.
Was machen die einen, was machen die anderen?

Auf jeden Fall trägt man das Karma mit sich und um sich. In Kneipen, im Auto, auf der Straße, in Geschäften überall.
Und ein Entrinnen gibt es wirklich nicht…
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Zuletzt aktualisiert: 19. Nov, 06:51

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